Beobachten Sie beim Modellieren eine Minute lang Ihre Maushand. Skizzieren, in die Multifunktionsleiste klicken, zurück zur Geometrie, wieder in die Multifunktionsleiste, kurz in den Browser, zurück. Zehn solcher Wege pro Stunde klingt nach nichts, aber an einem Arbeitstag sind es achtzig und in einer Woche vierhundert, und jeder Weg kostet ein bis zwei Sekunden plus den Moment, in dem Sie sich wieder darauf einstellen, wo Sie stehen geblieben waren.
Diese Sekunden spüren Sie nicht, und genau deshalb verlieren Sie sie. Tastenkürzel in Inventor und ein Marking Menu, das auf Ihre Arbeit zugeschnitten ist, holen sie zurück: ein kleines bisschen, hundertfach am Tag. In diesem Artikel lesen Sie, welche Tasten am meisten bringen, wie Sie das Marking Menu auf Ihre Hand zuschneiden und wie Sie sich die neuen Gewohnheiten aneignen, ohne zurückzufallen. Es geht hier rein um Bediengeschwindigkeit mit dem, was Inventor ab Werk mitbringt; Werkzeuge für die Massenverarbeitung wie Thundercad sind ein anderes Kapitel.
Kleine Sekunden, echte Stunden
Zuerst die Rechnung, mit Annahmen, die Sie gern anpassen dürfen. Nehmen wir zweihundert Befehle am Tag, die Hälfte davon über die Multifunktionsleiste oder ein Menü. Rechnen Sie zwei Sekunden Zeigezeit pro Aufruf, dann sind Sie bei gut drei Minuten am Tag; zählen Sie das erneute Scharfstellen mit, wird es das Doppelte. Keine erschütternde Zahl, bis Sie sie multiplizieren: wie ein paar Minuten am Tag zu einer vollen Arbeitswoche im Jahr anwachsen, haben wir in Zehn Minuten pro Tag zurückgewinnen ergibt eine volle Arbeitswoche pro Jahr vorgerechnet.
Wichtiger noch: Zeigezeit ist Unterbrechungszeit. Jeder Weg in die Multifunktionsleiste zieht Ihre Augen und Ihre Aufmerksamkeit von der Geometrie weg. Tastenkürzel gewinnen also nicht nur Sekunden, sie halten Sie im Fluss des Modellierens. Wo Ihre eigenen Sekunden stecken, wissen Sie übrigens erst, wenn Sie es eine Woche lang mitschreiben; wie Sie so eine Messung aufsetzen, steht in Messen Sie Ihre eigene Klickarbeit: erst eine Woche zählen, dann automatisieren.
Die Tasten, die am meisten bringen
Inventor kennt Hunderte von Tastenkürzeln, aber der Ertrag steckt in einem kleinen Kern, der in nahezu jeder Sitzung vorkommt:
| Taste | Funktion | Umgebung |
|---|---|---|
| S | Neue Skizze starten | Bauteil, Baugruppe |
| D | Bemaßung setzen | Skizze, Zeichnung |
| L | Linie | Skizze |
| C | Kreis | Skizze |
| E | Extrusion | Bauteil |
| H | Bohrung setzen | Bauteil |
| P | Komponente platzieren | Baugruppe |
| B | Positionsnummer setzen | Zeichnung |
| F2, F3, F4 | Verschieben, Zoomen, Drehen | überall |
| F5 | Vorherige Ansicht | überall |
| F6 | Startansicht (isometrisch) | überall |
| Esc | Befehl abbrechen | überall |
| Alt + Ziehen | Baugruppenabhängigkeit setzen | Baugruppe |
| Umschalt + Rechtsklick | Auswahlfilter wählen | überall |
Fehlt hier Ihr Lieblingsbefehl? Unter Tools, Customize, Registerkarte Keyboard weisen Sie selbst Tasten zu. Wählen Sie Buchstaben, die etwas bedeuten und noch frei sind, und reservieren Sie die bequemsten Tasten für die Befehle ganz oben auf Ihrer eigenen Strichliste, nicht für das, was zufällig noch leer ist.
Das Marking Menu auf Ihre Hand zuschneiden
Die rechte Maustaste öffnet in Inventor keine gewöhnliche Liste, sondern ein Marking Menu: acht feste Positionen rund um den Cursor, mit eigenem Inhalt je Umgebung. Diese festen Positionen sind das Geheimnis. Wo eine Liste jedes Mal Lesen verlangt, lernt Ihre Hand eine Richtung blind: Rechtsklick und direkt nach rechts oben wird zu einer einzigen flüssigen Bewegung.
Wer das Menü einmal blind kennt, kann noch einen Schritt weiter gehen: die rechte Maustaste drücken und sofort in die Richtung des Befehls ziehen, ohne zu warten, bis sich das Menü aufbaut. Inventor erkennt den Strich und führt den Befehl direkt aus. Nach ein paar Tagen Übung fühlt es sich an, als geschähe der Befehl in dem Moment, in dem Sie ihn denken.
Den Inhalt bestimmen Sie selbst unter Tools, Customize, Registerkarte Marking Menu, je Umgebung. Ein paar Richtlinien, die sich in der Praxis bewähren:
- Legen Sie Ihren meistgenutzten Befehl auf eine Hauptrichtung, die Ihre Hand von selbst macht; für die meisten Rechtshänder ist das nach rechts oder nach oben.
- Geben Sie demselben Befehl in jeder Umgebung dieselbe Position, dann stimmt Ihr Muskelgedächtnis überall.
- Ersetzen Sie ruhig Standardpositionen, die Sie nie benutzen; die Werkseinstellung ist ein Vorschlag, kein Gesetz.
- Ändern Sie ein oder zwei Positionen auf einmal. Wer das ganze Menü an einem Abend umbaut, findet sich eine Woche lang nirgends mehr zurecht.
Tastenkürzel und ein sauber eingerichtetes Marking Menu beschleunigen jede einzelne Handlung, aber eine Reihe aus vierzig Klicks bleibt eine Reihe. Für solche Arbeit, Exportieren, Speichern, Aufräumen, gibt es anderes Werkzeug: Thundercad erledigt solche Reihen in einem Durchgang.
30 Tage kostenlos testenEine Taste pro Woche: so schleift es sich ein
Jeder, der schon einmal eine Liste mit zwanzig Tastenkürzeln ausgedruckt hat, weiß, wie das ausgeht: drei Tage Begeisterung, dann gewinnt der alte Weg wieder, denn unter Zeitdruck fällt Ihre Hand auf das zurück, was sie kennt. Neues Verhalten bleibt nur in kleinen Portionen hängen.
- Wählen Sie eine Taste pro Woche, beginnend bei dem Befehl, den Sie am häufigsten über die Multifunktionsleiste aufrufen.
- Kleben Sie einen Zettel mit nur dieser einen Taste unten an Ihren Bildschirm. Ein Zettel, eine Taste; eine Liste ist Tapete.
- Ertappen Sie sich auf dem Weg in die Multifunktionsleiste? Brechen Sie ab und machen Sie es doch mit der Taste. Das wirkt übertrieben, aber genau diese Korrektur baut die Gewohnheit auf.
- Sitzt die Taste nach einer Woche ohne Nachdenken, darf der nächste Zettel dran.
Nach ein paar Monaten kommen Sie so auf einen Satz von zehn bis fünfzehn Tasten, der den Großteil Ihrer Befehle abdeckt. Arbeiten Sie im Team, dann vereinbaren Sie eine gemeinsame "Taste der Woche"; sich gegenseitig lachend darauf hinzuweisen wirkt besser als jedes Plakat.
Nehmen Sie Ihr Profil mit
All diese Anpassungen, Tasten wie Marking Menu, stecken in Ihrem Inventor-Profil und lassen sich exportieren: im selben Customize-Fenster gibt es eine Schaltfläche, die alles in einer einzigen Datei sichert. Legen Sie diese Datei auf einem Netzlaufwerk ab, nicht auf Ihrer lokalen Platte. An einem neuen Arbeitsplatz oder nach einer Neuinstallation importieren Sie sie und arbeiten binnen einer Minute wieder auf Ihre eigene Art.
Für Teams ist dieselbe Datei ein guter Standard: ein gemeinsames Basisprofil mit der abgestimmten Aufteilung, das jeder um persönliche Tasten ergänzen darf. So kommt jeder Kollege an jedem Arbeitsplatz zurecht, und die Hemmschwelle, sich gegenseitig über die Schulter zu schauen, bleibt niedrig.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tastenkürzel muss ich am Ende kennen?
Weniger, als Sie denken. Zehn bis fünfzehn Tasten decken bei den meisten Konstrukteuren den weitaus größten Teil der täglichen Befehle ab; den Rest bedienen Sie schneller über das Marking Menu. Noch mehr Tasten auswendig zu lernen bringt schnell weniger, als es kostet.
Verliere ich meine Anpassungen an einem neuen Arbeitsplatz?
Nicht, wenn Sie sie über das Customize-Fenster exportieren und die Datei auf einem Netzlaufwerk ablegen. Der Import am neuen Arbeitsplatz dauert eine Minute. Machen Sie diesen Export direkt nach jeder Reihe von Änderungen, dann ist das nie wieder ein Thema.
Wann hört der Gewinn durch Tastenkürzel auf?
Sobald Ihre Strichliste nicht mehr von einzelnen Befehlen angeführt wird, sondern von Reihen: Serien von Zeichnungen exportieren, Dutzende Dateien öffnen und schließen, immer wieder dieselben Felder ausfüllen. Solche Reihen werden mit Tastenkürzeln bestenfalls etwas weniger langsam; sie verschwinden erst mit Werkzeugen für die Massenverarbeitung. Testen Sie Thundercad 30 Tage kostenlos und halten Sie Ihre eigenen Top drei daneben.