Wo liegt der Spanntisch von Projekt 1483? Eine Person in der Abteilung weiß es sofort: dritter Projektordner, Unterordner „def“, und dann nicht die Baugruppe mit „v2“ im Namen, denn die war gerade die alte. Alle laufen mit solchen Fragen an denselben Schreibtisch. Praktisch, bis diese Kollegin frei hat, krank ist oder eine andere Stelle antritt. Ordnerwissen fühlt sich nach Erfahrung an, doch es ist unaufgeschriebenes Wissen, das mit einem einzigen Abschied das Haus verlässt.
Es gibt eine Alternative, die nicht an Personen hängt: CAD-Dateien wiederfinden über das, was sie sind, statt über den Ort, an dem sie liegen. Projektnummer, Artikelnummer, Kunde, Benennung: Wer über Eigenschaften suchen kann, braucht keinen Lageplan im Kopf. In diesem Artikel lesen Sie, wie dieser Wechsel funktioniert, welche Felder dafür gefüllt sein müssen und wie Hilfsmittel aus einer Toolbox wie Thundercad das Navigieren beschleunigen, solange Ordner bei Ihnen noch führend sind.
Ordnerwissen ist ein Gedächtnis, kein System
Jede gewachsene Ordnerstruktur ist logisch für den, der sie hat wachsen sehen. Für alle danach ist sie ein Labyrinth mit ungeschriebenen Regeln: dass der Sonderbau unter „Projekte“ liegt, die Serienmaschinen aber unter „Produkte“, dass der Ordner „alt“ manchmal neuer ist als der Ordner „neu“, und dass man sich auf keinen Fall auf Dateinamen mit einer Versionsnummer darin verlassen darf. Ein neuer Konstrukteur ist monatelang damit beschäftigt, diese Folklore zu lernen, und eine externe Kraft findet sich nie ganz hinein.
Die Rechnung ist schnell gemacht. Angenommen, als Annahme, jemand sucht achtmal am Tag etwas und braucht dafür im Schnitt vier Minuten, weil das Gedächtnis der Abteilung gerade Mittagspause hat: Dann gehen pro Person gut eine halbe Stunde am Tag allein für das Suchen drauf. Es geht zudem nicht nur um Zeit, sondern auch um Risiko: Wer die falsche Datei findet, arbeitet mit voller Überzeugung in der falschen Revision weiter.
Der Wechsel: von „wo liegt es“ zu „was ist es“
Das Wiederfinden über Eigenschaften dreht die Frage um. Statt „in welchem Ordner müsste das liegen?“ fragen Sie: „was weiß ich über dieses Bauteil?“ Eine Projektnummer, eine Artikelnummer aus dem ERP, den Namen der Maschine, das Wort „Spanntisch“. Hängen diese Angaben als iProperties an den Dateien, kann sie jeder Sucheinstieg finden, ob das nun die Suchfunktion Ihres PDM-Systems ist oder eine Kollegin, die nach einer Spalte filtert.
Das Schöne daran ist, dass diese Arbeitsweise nichts über die Ordnerstruktur erzwingt. Die Dateien dürfen ruhig in Projektordnern liegen bleiben; sie sind nur nicht länger ausschließlich über diese Ordner auffindbar. Die Struktur wird zum Lager statt zum Karteikasten, und genau das ist die Rollenverteilung, in der sie gut ist.
Was gefüllt sein muss, bevor Sie sich darauf verlassen können
Das Suchen über Eigenschaften funktioniert nur so gut, wie die Eigenschaften gefüllt sind. Fangen Sie klein an, mit einem Mindestsatz, den jede Arbeitsvorbereitung und jeder Konstrukteur leisten kann:
- Projektnummer: der Schlüssel, an dem Angebot, Auftrag und Nachbetreuung zusammenhängen.
- Artikelnummer: die Verbindung zu ERP und Einkauf, eindeutig pro Bauteil.
- Benennung: in vereinbarten Worten, damit „Spanntisch“ nicht auch als „Klemmtisch“ und „Aufspanntisch“ herumgeistert.
- Status: in Bearbeitung, freigegeben oder entfallen, damit ein Treffer auch etwas über die Verwendbarkeit aussagt.
Vier Felder, mehr nicht. Konsequentes Füllen wird mit einer festen Datenkarte deutlich machbarer: Mit dem iProperty Panel von Thundercad richten Sie pro Dokumenttyp ein, welche Felder darauf stehen, sodass ein Bauteil nach anderen Eingaben fragt als eine Zeichnung und sich niemand merken muss, was noch einmal Pflicht war. Wie Sie anschließend messen, ob diese Felder auch wirklich gefüllt und einheitlich sind, lesen Sie in Wie gesund sind Ihre CAD-Daten? So messen Sie die Qualität Ihrer Metadaten.
Eine Datenkarte pro Dokumenttyp macht aus dem Füllen von Metadaten eine Gewohnheit statt einer lästigen Aufgabe. Sie können es einen Monat lang neben Ihrer heutigen Arbeitsweise ausprobieren, einfach in Ihren eigenen Projekten.
30 Tage kostenlos testenSchneller navigieren, solange Ordner noch führend sind
Der Wechsel zu Eigenschaften ist keine Sache eines Nachmittags, und bis dahin navigieren Sie weiter durch Ordner. Auch das geht deutlich flotter. Kennen Sie das: Sie haben eine Baugruppe offen und wollen etwas mit der Datei selbst tun, kopieren, umbenennen, einen Export danebenlegen. Dann beginnt das Klicken: Explorer öffnen, Laufwerk wählen, Projektordner suchen, Unterordner durchgehen. Mit Go To Folder von Thundercad springen Sie aus Inventor direkt in den Ordner der geöffneten Datei, ein Klick statt einer ganzen Reihe. Und mit Frequent Folder legen Sie die Ordner, in denen Sie täglich sind, etwa die laufenden Projekte und die Standardbibliothek, in einer festen Liste bereit, sodass Sie nie wieder vom Laufwerksbuchstaben aus absteigen müssen.
Rechnen Sie ruhig nach, was das ausmacht: Wer zwanzigmal am Tag zu einem Ordner navigiert und pro Mal eine halbe Minute Klickarbeit spart, gewinnt täglich zehn Minuten. Wichtiger noch ist, dass es kein Ordnerwissen verlangt: Der Weg zur Datei führt über das geöffnete Modell, nicht über das Gedächtnis einer Kollegin.
Von der Gewohnheit zum System
Gefüllte Eigenschaften zahlen sich doppelt aus, sobald ein System dazukommt, das darin sucht. In Vault wird das Suchen über Eigenschaften zur zentralen Art des Findens, mit einem Index, der auch ältere Projekte in Sekunden durchsucht; wie Sie diese Suchfunktion gut nutzen, steht in Suchen in Vault: in Sekunden finden, was Sie suchen. Wer heute schon konsequent füllt, steigt später ohne Aufholjagd um: Die Daten sind bereits da, nur die Suchmaschine ist neu. Auch innerhalb der Toolbox selbst kommt das Suchen über Eigenschaften: Find Item steht auf der Roadmap von Thundercad.
Beginnen Sie deshalb heute mit dem Füllen und lassen Sie die Suchtechnik folgen. Andersherum funktioniert es nicht: Die beste Suchfunktion findet nichts in leeren Feldern.
Häufig gestellte Fragen
Funktioniert das Wiederfinden über Eigenschaften auch ohne Vault oder PDM?
Teilweise. Windows kann die iProperties von Inventor-Dateien längst nicht immer durchsuchen, auf einem nackten Netzlaufwerk bleibt es also Behelf. Der Wert liegt darin, dass Sie die Felder schon jetzt füllen: Jede Suchlösung, für die Sie sich später entscheiden, kann sofort damit arbeiten.
Welche Eigenschaft nehme ich mir zuerst vor?
Die Projektnummer, denn das ist der Schlüssel, mit dem Planung, Einkauf und Nachkalkulation ohnehin arbeiten. Danach die Artikelnummer, weil sie die Brücke zu Ihrem ERP ist. Allein mit diesen beiden Feldern lässt sich der Großteil der Suchfragen in der Abteilung beantworten.
Wie bringe ich das Team dazu, Felder dauerhaft zu füllen?
Halten Sie es leicht und sichtbar: eine feste Datenkarte, ein Pflichtfeld als Schlüssel und eine kurze Prüfung bei der Freigabe. Möchten Sie erleben, wie das mit iProperty Panel, Go To Folder und Frequent Folder funktioniert, können Sie die Toolbox 30 Tage kostenlos testen.