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Stücklisten

Ihre Baugruppenstruktur ist Ihre Stücklistenstruktur: bauen Sie sie bewusst

9 Min. Lesezeit · Für Konstrukteur · 28. Februar 2025

Zwei Konstrukteure, derselbe Auftrag: ein Förderband aus rund zweihundert Bauteilen. Die Maschinen, die sie abliefern, sind nahezu identisch, die Stücklisten alles andere als das. Beim einen sieht der Einkauf sechs bestellbare Baugruppen mit den Details darunter; beim anderen zweihundert lose Zeilen, in denen weder eine Bestellung noch eine Baureihenfolge zu erkennen ist. Dieselbe Maschine, dieselben Bauteile, ein anderer Baum.

Der Unterschied steckt nicht in einer Stücklisteneinstellung, sondern im Browser. Inventor erfindet nämlich keine Liste: Es liest Ihre Baugruppe vor. Ihre Baugruppenstruktur ist Ihre Stücklistenstruktur: Jede Unterbaugruppe wird eine Zeile mit einer eigenen Unterliste, jede Ebene im Baum eine Ebene auf der Liste. Wer das einmal sieht, baut seinen Baum nicht mehr für die eigene Bequemlichkeit, sondern für alle, die damit später bestellen und bauen müssen. In diesem Artikel: Richtlinien, damit die Struktur zu der Art passt, wie gebaut und bestellt wird, und wie die Liste danach mit einer Toolbox wie Thundercad ohne Kopieren und Einfügen beim Empfänger landet.

Der Browser ist kein Privatgelände

Beim Modellieren fühlt sich der Baum wie ein persönlicher Arbeitsplatz an: eine Unterbaugruppe, weil sich das Muster so leichter spiegeln lässt, eine Gruppe "Diverses" für alles, was noch keinen Platz hat. Harmlos, bis die Stückliste heraus muss. Denn diese Liste ist kein eigenes Dokument, das Sie hinterher noch schön machen: Sie ist ein Auszug aus genau diesem Baum. Einkauf, Arbeitsvorbereitung und Montage schauen über die Stückliste direkt auf Ihre Modellierentscheidungen.

Wollen Sie eine andere Liste, muss also das Modell anders werden. Die gewählte Ansicht ändert daran nichts Wesentliches: structured, parts only und first-level sortieren und zählen dieselbe Struktur, jede auf ihre Weise. Welche Ansicht welche Frage beantwortet, lesen Sie in Parts only, structured oder first-level: welche BOM-Ansicht?; hier geht es um die Struktur darunter.

Eine Unterbaugruppe ist eine bestellbare Einheit

Die nützlichste Faustregel beim Aufbau eines Baums: Machen Sie nur dann eine Unterbaugruppe daraus, wenn jemand die Sache als ein Ganzes baut, kauft oder vergibt. Eine Schweißgruppe, die als Ganzes in die Schweißerei geht. Ein Hydrauliksatz, den ein Lieferant komplett liefert. Ein Modul, das die Montage als Einheit aufbaut und prüft. Jede dieser Gruppen verdient eine eigene Zeile mit einer eigenen Unterliste und meist eine eigene Zeichnung.

Drehen Sie die Frage im Zweifel um: Wer bekommt das später als eine Zeile auf seiner Liste? Braucht niemand diese Zeile, existiert die Unterbaugruppe nur für Sie und hat als Ebene in der Stückliste nichts verloren. Dafür gibt es Phantome, dazu unten mehr. In der Praxis landen Sie bei fünf festen Varianten:

Tipp: Stellen Sie vor jeder neuen Unterbaugruppe laut die Frage: Wer bekommt diese später als eine Zeile auf seiner Liste? Bleibt die Antwort aus, machen Sie ein Phantom daraus oder lassen Sie die Bauteile einfach auf der Ebene darüber.

Phantome und Referenzen: Bequemlichkeit, die nicht zählt

Phantom und Reference sind die beiden Markierungen, die einen Baum lesbar halten, ohne die Liste zu verschmutzen. Ein Phantom ist für Sie da: eine Gruppe Befestigungsmaterial, die Sie in einem Zug platzieren wollen, eine Zwischenebene, die das Spiegeln einfach macht. Auf der Stückliste löst sich die Ebene auf, und ihr Inhalt rückt ein Stockwerk nach oben. Genau das wollen Sie: Die Schrauben müssen gezählt werden, die Gruppierung nicht.

Reference ist das Gegenteil: im Modell vorhanden, auf jeder Liste abwesend. Gedacht für die Welt, in die Ihre Maschine passen muss: der bestehende Rahmen des Kunden, die Zuführlinie, an die Sie anschließen. Auf der Aufstellungszeichnung nützlich, für den Einkauf unsichtbar.

Die Fallstricke sind die umgekehrten Fälle. Ein echtes Bauteil, das versehentlich auf Reference steht, verschwindet lautlos aus jeder Zählung; das merken Sie erst, wenn dem Monteur ein Winkel fehlt. Und ein Phantom mit eigener Zeichnung und eigener Artikelnummer ist ein Zeichen dafür, dass daraus heimlich doch eine bestellbare Einheit geworden ist: Befördern Sie es zu einer normalen Unterbaugruppe.

Stimmt die Struktur einmal, ist das Herausholen der Liste keine Arbeit mehr. Mit Export BOM von Thundercad wandeln Sie die Stückliste in wenigen Klicks in eine Excel-Datei in Ihrer eigenen Vorlage um, fertig für Einkauf oder Arbeitsvorbereitung.

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Wie tief verschachteln Sie?

Jede zusätzliche Schicht im Baum ist ein zusätzliches Stockwerk in der Liste, und irgendwann hört der Nutzen auf. Zu flach fällt sofort auf: Die Montage bekommt zweihundert Zeilen ohne Reihenfolge und darf selbst herausfinden, was zusammengehört. Zu tief ist genauso lästig: Der Einkauf klickt sich durch vier Ebenen, um einen Winkel zu finden, und addiert Mengen von Hand. Die Faustregel: Der Baum folgt dem physischen Aufbau, und die Tiefe endet dort, wo niemand mehr eine Einheit erhält. Eine Ebene, die nur existiert, damit der Bildschirm ruhig bleibt, ist ein Phantom oder sollte es gar nicht geben.

Achten Sie auf den Unterschied zum Aufteilen, das das Modell selbst arbeitsfähig hält: Große Baugruppen werden manchmal aus ganz anderen Gründen zerlegt, etwa damit mehrere Personen gleichzeitig daran arbeiten können. Wann das sinnvoll ist, lesen Sie in Wachsende Baugruppen: wann teilen Sie in Unterbaugruppen auf?; markieren Sie solche technischen Zwischenebenen ruhig als Phantom, dann bleibt die Stückliste frei davon.

Der Zähltest vor der Auslieferung

Ob die Struktur stimmt, prüfen Sie nicht durch Hinsehen, sondern durch Zählen. Wählen Sie drei Bauteile mit einer Geschichte: einen Winkel, der in mehreren Baugruppen vorkommt, ein Kaufteil mit Innenleben und ein Teil aus einer Schweißgruppe. Verfolgen Sie sie durch die Liste und stellen Sie je Stück drei Fragen: Steht es auf der Ebene, auf der es bestellt oder gebaut wird, stimmt die Gesamtmenge, und steht nichts dazwischen, was niemand bestellen kann?

Lassen Sie danach, gerade beim ersten Projekt eines neuen Maschinentyps, Einkauf und Montage einmal mitlesen. Zehn Minuten mit der Liste auf dem Tisch bringen mehr als ein Nachmittag internes Feilen: Die beiden sehen sofort, welche Zeile sich nicht bestellen lässt und welche Baugruppe nicht dazu passt, wie tatsächlich gebaut wird. Arbeiten Sie deren Anmerkungen im Modell ein, nicht hinterher in Excel, sonst wiederholen Sie dieselbe Handarbeit bei jeder Revision. Mit Export BOM landet die geprüfte Liste danach in Ihrer eigenen Excel-Vorlage, je Empfänger eine eigene Vorlage, und der Export wird zum langweiligsten Schritt des Projekts. Genau so, wie es sein soll.

Häufig gestellte Fragen

Folgt mein Baum der Montagereihenfolge oder der Einkaufsstruktur?

Folgen Sie dem physischen Aufbau: Was als ein Ganzes gebaut oder geliefert wird, ist eine Unterbaugruppe. Der Einkauf kommt danach von selbst auf seine Kosten, denn eine flache Bestellliste über alle Ebenen hinweg ist eine Frage der richtigen Ansicht. Umgekehrt funktioniert es nicht: Ein Baum, der rein für den Einkauf eingerichtet ist, gibt der Montage keine Baureihenfolge.

Kann ich die Struktur nachträglich noch ändern?

Ja, Inventor kann Komponenten zwischen den Ebenen befördern und zurückstufen, ohne dass Sie neu modellieren. Bedenken Sie aber, dass sich Positionsnummern verschieben und dass Zeichnungen mit Stücklistentabellen und Ballons danach eine Kontrolle brauchen. Strukturieren Sie also vor der Zeichnungsrunde um, nicht danach.

Wie bekomme ich die Liste ohne Abtippen zum Einkauf?

Exportieren Sie die Stückliste direkt nach Excel in die Vorlage, die der Einkauf gewohnt ist, mit Export BOM von Thundercad. Struktur stimmt, Vorlage steht: Dann ist die Liste in einer Minute aus dem Haus. Ausprobieren können Sie das mit dem kostenlosen Testmonat, direkt an Ihren eigenen Baugruppen.

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