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KPIs für Ihre Konstruktionsabteilung, die wirklich etwas aussagen

10 Min. Lesezeit · Für Manager · 20. Juni 2025

Stundenzettel sagen Ihnen genau, wie viel Ihre Konstrukteure zu tun haben. Sie sagen Ihnen nur nicht, ob diese Betriebsamkeit etwas einbringt. Eine Abteilung kann wochenlang ausgebucht sein, während die halbe Zeit für Exporte, das Abtippen von Stücklisten und die Korrektur von Zeichnungen draufgeht, die aus der Fertigung zurückkamen. Auf dem Stundenzettel sieht das genauso aus wie Konstruieren.

Wer steuern will, braucht also etwas anderes als Stunden. In diesem Artikel stellen wir vier KPIs für Ihre Konstruktionsabteilung vor, die wirklich etwas aussagen: Durchlaufzeit von Auftrag bis Freigabe, First-Time-Right der Zeichnungen, Anteil Nacharbeit und das Verhältnis von Routinearbeit zu Konstruktionsarbeit. Zu jeder Kennzahl lesen Sie, wie Sie sie mit geringem Aufwand messen, ohne Erfassungszirkus. Was Sie danach mit den Ergebnissen tun, hängt vom jeweiligen Hebel ab: Routinearbeit lässt sich zum Beispiel mit einer Toolbox wie Thundercad wegautomatisieren, aber zuerst muss sichtbar werden, wohin die Zeit versickert.

Warum Stunden so wenig aussagen

Stunden messen Aufwand, kein Ergebnis. Vierzig auf ein Projekt gebuchte Stunden sagen nicht, ob die Konstruktion fertig ist, ob die Zeichnungen auf Anhieb fertigungsgerecht waren und ob der Kunde seine Maschine früher oder später bekommt. Zwei Abteilungen mit identischen Stundenzetteln können völlig unterschiedlich abschneiden.

Die Steuerung über Stunden hat zudem einen perversen Zug. Der Konstrukteur, der seine Exportarbeit automatisiert und dadurch schneller fertig ist, schreibt weniger Stunden und wirkt auf dem Papier weniger produktiv. Wer abends an einem vermeidbaren Fehler weiterackert, wirkt dagegen wie ein Held. So belohnt die Messung genau das falsche Verhalten.

Für Nachkalkulation und Angebote bleiben Stunden bestens geeignet. Als Leistungskennzahl für die Abteilung brauchen Sie jedoch etwas, das Ergebnisse beschreibt: wie schnell, wie gut und wofür die Zeit eingesetzt wird.

Vier KPIs, die wirklich etwas aussagen

Die vier Kennzahlen unten beantworten zusammen die Fragen, die eine Führungskraft wirklich hat. Sie sind bewusst so gewählt, dass Sie sie mit Daten messen können, die größtenteils bereits vorliegen:

KPIWelche Frage beantwortet sie?Woher kommt die Messung?
Durchlaufzeit Auftrag bis FreigabeWie lange wartet der Rest des Betriebs auf die Konstruktion?Auftragsdatum aus dem ERP, Freigabedatum aus Vault oder dem Freigabeordner
First-Time-Right der ZeichnungenWie oft kommt Arbeit aus der Fertigung zurück?Strichliste in der Arbeitsvorbereitung
Anteil NacharbeitWie viel Kapazität geht in Änderungen nach der Freigabe?Eine zusätzliche Buchungsnummer
Routinearbeit gegenüber KonstruktionsarbeitWie viel Zeit bleibt für echtes Konstruieren?Stichprobenwoche

Durchlaufzeit von Auftrag bis Freigabe

Beide Daten liegen bereits vor: Der Tag des Auftragseingangs steht im ERP, der Tag der Freigabe steht in Vault oder ergibt sich aus dem Datum des freigegebenen Zeichnungspakets. Zählen Sie die Arbeitstage dazwischen, und Sie haben Ihre erste Kennzahl, ohne dass jemand etwas zusätzlich erfassen muss. Nehmen Sie den Median statt des Mittelwerts: Ein einzelnes Monsterprojekt verzerrt sonst das ganze Bild. Und trennen Sie notfalls nach Auftragsart, denn eine kundenspezifische Maschine und ein Wiederholauftrag gehören nicht in eine Zahl.

Tipp: Beginnen Sie noch heute mit einer Nullmessung: Nehmen Sie die letzten zehn abgeschlossenen Aufträge, tragen Sie Auftrags- und Freigabedatum in zwei Spalten ein und berechnen Sie den Median. Innerhalb einer Stunde haben Sie einen Ausgangspunkt, an dem sich jede künftige Messung messen lässt.

First-Time-Right der Zeichnungen

Jede Zeichnung, die mit einer Rückfrage oder einem Fehler aus der Fertigung zurückkommt, hat doppelt Zeit gekostet: in der Konstruktion und in der Produktion. Messen Sie das mit einer Strichliste in der Arbeitsvorbereitung oder beim Werkstattmeister: Jedes Mal, wenn eine Zeichnung zurück in die Konstruktion muss, ein Strich plus der Grund in drei Worten. Teilen Sie die Zahl der Rückläufer durch die Zahl der im selben Zeitraum freigegebenen Zeichnungen, und Sie haben Ihren First-Time-Right-Wert.

Der Grund in drei Worten ist wichtiger als die Zahl selbst. "Maß fehlt", "alte Revision", "Bohrung kollidiert": Nach einem Monat Strichliste sehen Sie, welche Ursache oben steht und wo die erste Maßnahme ansetzen muss. Was diese Rückläufer kosten und wie Sie sie systematisch zur Quelle zurückverfolgen, haben wir in Fehlerkosten durch Datenfehler: von der Fertigung zurück zur Quelle ausgearbeitet.

Anteil Nacharbeit

Nacharbeit ist alle Zeit, die in bereits freigegebene Dokumente fließt: Fehler beheben, vergessene Details ergänzen, Änderungen umsetzen, die beim Entwurf schon bekannt hätten sein können. Sie messen das ohne Zirkus, indem Sie neben der normalen Projektnummer eine zusätzliche Nummer einführen: "Änderung nach Freigabe". Die Konstrukteure müssen nichts Neues tun, sondern beim Buchen nur die richtige von zwei Nummern wählen.

Das Signal steckt im Trend. Ein stabil kleiner Anteil gehört zum Geschäft; Kunden ändern nun einmal. Ein wachsender Anteil bedeutet, dass Fehler immer später ans Licht kommen, und spät gefundene Fehler sind die teuersten.

Routinearbeit gegenüber Konstruktionsarbeit

Der heimlichste Zeitfresser ist Arbeit, die kein Denken erfordert: exportieren, drucken, Stücklisten nach Excel übertragen, iProperties nachziehen, Ordner suchen. Niemand bucht sie getrennt, also sieht niemand, wie viel es ist. Messen Sie sie über eine Stichprobe: Eine Woche lang notiert jeder Konstrukteur am Ende des Tages auf Viertelstunden genau, wie viel Zeit auf drei Kategorien entfiel: Konstruieren, Routine, Sonstiges. Eine Messwoche pro Quartal genügt für ein belastbares Bild; eine dauerhafte Erfassung erzeugt vor allem Ärger.

Zeigt die Stichprobe, dass ein erheblicher Teil der Woche für Exporte, Stücklisten und iProperties draufgeht? Dieser Teil lässt sich am leichtesten zurückdrängen: Thundercad automatisiert genau diese Routinearbeit, von Batch Publish bis Export BOM.

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Messen ohne Erfassungszirkus

Der Tod jeder Kennzahl ist ein Messaufwand, der größer ist als der Erkenntnisgewinn. Vier Grundsätze halten das Ganze leicht:

Eine Teilmessung lassen wir hier bewusst aus: die Qualität der CAD-Daten selbst, also gefüllte iProperties und stimmige Stücklisten. Wie Sie diese Gesundheit messen, lesen Sie in Wie gesund sind Ihre CAD-Daten? So messen Sie die Qualität Ihrer Metadaten.

Vom Messen zum Verbessern

Eine Kennzahl ist Gesprächsstoff, keine Schulnote. Besprechen Sie die vier Zahlen regelmäßig im Team und wählen Sie jedes Mal eine davon zur Vertiefung: Woher kommt die Abweichung, und welche eine Maßnahme probieren wir bis zur nächsten Besprechung? Eine lange Durchlaufzeit entpuppt sich oft als Warten auf fehlende Kundenangaben ganz am Anfang. Ein niedriger First-Time-Right-Wert weist auf die Zeichnungsprüfung oder eine Checkliste für die Freigabe hin. Ein hoher Routineanteil lässt sich am schnellsten durch die Automatisierung von Export- und Stücklistenarbeit senken.

Hüten Sie sich zum Schluss vor dem bekannten Effekt, dass eine Messung, die zum Selbstzweck wird, ihre Bedeutung verliert. Wer fordert, dass der First-Time-Right-Wert steigen muss, bekommt manchmal vor allem weniger Meldungen statt besserer Zeichnungen. Halten Sie es deshalb klein und erwachsen: zwei Kennzahlen für den Anfang, offen geführt, und die Frage "Was lernen wir daraus" vor der Frage "Wer war das".

Häufig gestellte Fragen

Mit welcher Kennzahl fängt man am besten an?

Mit der Durchlaufzeit von Auftrag bis Freigabe, denn dafür muss niemand etwas Neues erfassen: Beide Daten stehen bereits in Ihren Systemen. Stellen Sie danach die Strichliste für First-Time-Right in der Arbeitsvorbereitung auf. Mit diesen beiden führen Sie innerhalb eines Monats ein Gespräch über Fakten statt über Gefühle.

Funktioniert das auch für eine Abteilung mit zwei oder drei Konstrukteuren?

Gerade dort. Kleine Abteilungen spüren jeden vergeudeten Nachmittag sofort in der Planung, und die Messungen oben verursachen so gut wie keinen Zusatzaufwand. Die Zahlen schwanken bei kleinen Mengen allerdings stärker; achten Sie deshalb auf den Trend über mehrere Zeiträume und nicht auf einzelne Ausreißer.

Was kann Thundercad im Zusammenhang mit diesen Kennzahlen?

Das Messen übernehmen Sie selbst; die Toolbox hilft vor allem auf der Verbesserungsseite. Routinearbeit wie das Exportieren von Zeichnungen in Serie oder das Übertragen von Stücklisten in Ihre eigene Excel-Vorlage verschwindet weitgehend aus dem Wochenzettel, und das schlägt sich im Verhältnis von Routine zu Konstruktion nieder. Selbst erleben, was das ausmacht, können Sie mit dem kostenlosen Testmonat.

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