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Dateien an Zulieferer übergeben, ohne Mail-Pingpong

9 Min. Lesezeit · Für Arbeitsvorbereitung / Manager · 9. August 2024

Montags geht das Auftragspaket an den Zerspaner, mittwochs kommt die erste Frage zurück: ob die STEP-Dateien auch mitgeschickt werden können, denn im Zip stecken nur PDFs. Donnerstag folgt Frage zwei: Welche Revision ist führend, denn Zeichnung und Dateiname widersprechen sich. Und freitags ruft der Planer an, weil die Lieferzeit offiziell noch gar nicht begonnen hat.

Dieses Hin und Her per Mail ist kein Pech, sondern ein Muster. Dateien an einen Zulieferer übergeben, ohne feste Absprache darüber, was in das Paket gehört, erzeugt garantiert Rückfragen. In diesem Artikel legen Sie pro Lieferant ein Lieferprofil fest: welche Formate, welche Ordnerstruktur, welche Benennung und welche Übersicht dazugehören. Danach geht jedes Paket in einem Zug komplett aus dem Haus, mit einer Toolbox wie Thundercad, um die Exportarbeit kurz zu halten, und die Rückfragen bleiben aus.

Warum die Rückfragen immer dieselben sind

Sammeln Sie die Fragen Ihrer Zulieferer aus ein paar Monaten, dann bleiben vier Sorten übrig. Ein Format fehlt: Der Zerspaner braucht STEP, bekam aber nur PDFs. Eine Datei fehlt: Position 12 steht zwar in der Stückliste, liegt aber nicht im Zip. Die Revision ist unklar: Auf der Zeichnung steht B, der Dateiname sagt etwas anderes. Und es gibt keine Übersicht: vierzig Dateien ohne eine Liste, die sagt, was was ist und wie viel davon gefertigt werden soll.

Jede Frage bedeutet eine Mailrunde, und jede Runde kostet schnell einen Arbeitstag Durchlaufzeit: Die Frage muss zwischen der übrigen Post auffallen, jemand muss die Antwort heraussuchen, exportieren und zurückschicken, und der Zulieferer muss den Auftrag wieder aufnehmen. In der Zwischenzeit liegt der Auftrag still, denn eine Werkstatt plant einen Auftrag erst ein, wenn das Paket komplett ist. Die teuerste Verzögerung beim Auslagern steckt selten im Fertigen, sie steckt im Warten auf Antworten.

Legen Sie pro Zulieferer ein Lieferprofil fest

Die Lösung ist unspektakulär: Vereinbaren Sie mit jedem festen Zulieferer einmalig, was ein komplettes Paket ist, und halten Sie sich bei jedem Auftrag daran. So ein Lieferprofil passt auf eine halbe Seite und beantwortet fünf Fragen:

  1. Welche Formate für welche Art von Arbeit: 2D, 3D oder beides?
  2. Welche Ordnerstruktur: alles in einem Ordner, oder ein Ordner pro Format oder pro Bearbeitung?
  3. Wie steht die Revision im Dateinamen, und was ist im Zweifel führend?
  4. Welche Übersicht geht standardmäßig mit: welche Positionen, Mengen und Materialien?
  5. Wie werden Änderungen geliefert, wenn der Auftrag bereits läuft?

Die Ausgestaltung unterscheidet sich je nach Gewerk, und genau das ist der Punkt: Keine zwei Lieferanten brauchen dasselbe.

ZuliefererTypisches PaketWo es oft schiefgeht
LaserschneiderDXF pro Blechdicke, PDF zur KontrolleDicke lässt sich nicht am Dateinamen ablesen
ZerspanerSTEP pro Bauteil plus PDF mit Maßen und ToleranzenRevision von STEP und PDF laufen auseinander
BeschichterPDF mit Hauptmaßen, Farbe und abzudeckenden Flächenkompletter Zeichnungssatz mitgeschickt, wichtige Angabe unauffindbar
SchweißereiPDF-Zeichnungssatz der Baugruppe plus STEPPositionen in Zeichnung und Übersicht passen nicht zusammen

Welche 2D-Variante Sie vereinbaren und warum, ist eine Geschichte für sich; lesen Sie dazu DWG oder DXF liefern? Was Werkstatt und Kunde wirklich brauchen. Und was Sie prüfen, bevor ein 3D-Modell das Haus verlässt, steht in STEP-Dateien mit Kunden und Lieferanten teilen, ohne Sorgen. Für das Profil zählt nur, dass eine Entscheidung festgeschrieben ist, damit niemand pro Auftrag neu darüber nachdenken muss.

Komplett ist eine Prüfung, kein Gefühl

„Ich glaube, es ist alles drin“ ist keine Prüfung. Komplett bedeutet: Jede Position aus der Stückliste der ausgelagerten Baugruppe ist im vereinbarten Format abgedeckt, die Revisionen passen untereinander zusammen, und eine Übersicht liegt bei. Prüfen Sie das Paket deshalb gegen die Stückliste, nicht gegen Ihr Gedächtnis: Die Liste weiß, welche Bauteile es gibt, Sie wissen nur, an welche Sie sich erinnern.

Tipp: Legen Sie jedem Paket einen einfachen Lieferschein bei: eine Liste mit Dateiname, Benennung, Revision und Menge pro Position. Das kostet ein paar Minuten und fängt genau die Fragen ab, die sonst nach und nach per Mail hereintröpfeln.

Wer das ein paar Aufträge lang durchhält, merkt, dass die Prüfung immer weniger findet, und das ist das beste Zeichen überhaupt. Die Rückfragen bleiben nicht aus, weil der Zulieferer weniger aufpasst, sondern weil es nichts mehr zu fragen gibt.

Ein Profil zu vereinbaren ist das eine, es bei jedem Auftrag einzuhalten das andere. Mit Batch Publish wandelt Thundercad alle Zeichnungen einer Baugruppe in einem Durchlauf in die Formate um, die Sie mit Ihrem Zulieferer vereinbart haben.

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Export im Stapel, Ordner, die sich selbst füllen

Das Profil bestimmt, was in das Paket gehört; der Export bestimmt, wie viel Arbeit das macht. Wer Zeichnung für Zeichnung exportiert, verliert pro Auftrag schnell eine Stunde mit Öffnen, Speichern unter, Ordner wählen, weiter. Bei vierzig Positionen und drei Formaten ist das keine Ausnahme, sondern schlichte Rechnerei: einhundertzwanzig einzelne Exporte.

Mit Batch Publish exportieren Sie die Zeichnungen einer kompletten Baugruppe in einem Durchlauf nach PDF, DWG, DXF und STEP, auch wenn die Dateien in Vault liegen. Und Export Folder legt jeden Export automatisch in einer festen Ordnerstruktur ab, zum Beispiel einen Ordner pro Format oder pro Lieferant. Die Struktur, die Sie im Profil vereinbart haben, entsteht dann von selbst, bei jedem Auftrag wieder gleich.

Damit verschwindet auch die Versuchung, „der Schnelligkeit wegen“ nur ein halbes Paket zu schicken. Wenn alles zu exportieren genauso schnell geht wie die Hälfte zu exportieren, gewinnt komplett immer.

Halten Sie das Profil lebendig

Ein Lieferprofil ist eine Absprache, kein Naturgesetz. Kommt doch einmal eine Frage herein, behandeln Sie sie nicht als Einzelfall, sondern als Lücke im Profil: beantworten, Profil ergänzen, fertig. So wird jede Frage die letzte ihrer Art.

Ändert sich etwas, während der Auftrag schon läuft, dann liefern Sie das komplette Paket erneut in derselben Struktur, mit deutlich gekennzeichneter Revision, und erklären das alte Paket ausdrücklich für ungültig. Einzelne Dateien nachzuschicken fühlt sich schneller an, spaltet die Wahrheit aber auf zwei Zip-Dateien auf, und dann geht das Mailen erst richtig los.

Und bei einem neuen Zulieferer? Beginnen Sie mit Ihrem Standardprofil und gehen Sie es im ersten Gespräch gemeinsam durch. Fünf Fragen, zehn Minuten, und das erste Paket sitzt sofort.

Häufig gestellte Fragen

Wie bringe ich einen Zulieferer dazu, so ein Profil zu vereinbaren?

Meistens müssen Sie ihn gar nicht überzeugen: Unvollständige Pakete kosten ihn genauso Zeit. Fragen Sie ihn einfach, was er braucht, um ohne Rückfragen starten zu können, halten Sie das in den fünf Punkten fest und bestätigen Sie es kurz per Mail. Ab dem nächsten Auftrag prüft sich das von selbst.

Und bei einem Eilauftrag, ist das Profil dann nicht zu viel Aufwand?

Gerade bei Eile zahlt sich das Profil aus: Für eine Runde Rückfragen bleibt dann keine Zeit. Weil die Entscheidungen bereits feststehen und der Export im Stapel läuft, ist ein komplettes Paket kaum langsamer als ein halbes, und nur ein komplettes Paket kann sofort in die Werkstatt.

Lohnt sich das auch bei kleinen Aufträgen mit ein paar Bauteilen?

Ja, denn die Rückfrage per Mail kostet bei einem kleinen Auftrag genauso viel Zeit wie bei einem großen, während die Marge kleiner ist. Mit Batch Publish und Export Folder steht auch ein kleines Paket in wenigen Minuten komplett bereit; mit der kostenlosen Testphase von Thundercad prüfen Sie das an Ihren eigenen Aufträgen nach.

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