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Individuelle Schnittstellen zur eigenen Software: so gehen Sie vor

9 Min. Lesezeit · Für Manager / Konstrukteur · 14. Juni 2024

Individuelle Schnittstellen haben einen mäßigen Ruf, und oft ist er verdient. In vielen Fertigungsbetrieben läuft irgendwo noch ein Kopplungsskript, von dem niemand genau weiß, was es tut, geschrieben von jemandem, der längst nicht mehr im Haus ist. Es funktioniert, bis es einmal nicht funktioniert, und dann traut sich niemand hinein.

Trotzdem gibt es manchmal keinen Standardweg. Dieses eine ERP mit eigenen Zusatzfeldern, das selbst gebaute Planungswerkzeug, das Kundenportal, das Dokumentpakete in einer eigenen Struktur erwartet: Wer damit koppeln will, landet bei einer individuellen Schnittstelle zwischen CAD-Software und dem eigenen System. Das muss kein Sorgenkind werden. Der Unterschied zwischen einer Schnittstelle, die Jahre hält, und einer, die schon nach der Übergabe knirscht, liegt fast vollständig im Vorgehen. Um dieses Vorgehen geht es hier, in vier Absprachen; eine Plattform wie Thundercad spielt darin die Rolle der gepflegten Basis.

Eines behandeln wir hier nicht noch einmal: die Abwägung, ob Sie selbst bauen oder kaufen. Dazu haben wir früher in iLogic oder eine fertige Toolbox: wann wählen Sie was geschrieben. Hier nehmen wir an, dass die Antwort auf eine individuelle Lösung hinausläuft, und es geht um die Frage, wie Sie dieses Projekt klein und beherrschbar halten.

Prüfen Sie zuerst, ob es wirklich eine Sonderlösung braucht

Ein guter Teil der Wünsche, die als Sonderlösung hereinkommen, lässt sich mit Standardwerkzeugen abdecken. Zeichnungspakete in großer Zahl exportieren, Stücklisten in einer eigenen Excel-Vorlage liefern, Artikel aus dem ERP beim Konstruieren nachschlagen: Dafür muss niemand etwas programmieren lassen. Gehen Sie deshalb zuerst den Standardweg ab und bestimmen Sie, wo er endet; in Inventor an Ihr ERP anbinden: wo fangen Sie an? steht eine Leiter von Kopplungsstufen, die dabei hilft.

Eine echte Sonderlösung beginnt dort, wo Ihr Prozess eine Übergabe verlangt, die keine Standardfunktion abdeckt. Denken Sie an ein Planungswerkzeug, das pro Arbeitsgang Stunden erhalten will, oder an ein Kundenportal, das bei jeder Lieferung ein Dokumentpaket mit eigener Ordnerstruktur und Benennung erwartet. Das sind Übergaben, die für Ihr Unternehmen spezifisch sind, und genau dort ist eine Sonderlösung am Platz.

Beginnen Sie bei dem Datenbestand, der schon stimmt

Eine Schnittstelle verschiebt Daten; besser macht sie sie nicht. Koppeln Sie eine Quelle, in der die Hälfte der Artikelnummern fehlt oder doppelt ist, verteilen Sie diesen Wildwuchs künftig automatisch, und das zerstört das Vertrauen in die Schnittstelle schneller als jede Störung. Die erste Frage eines Kopplungsprojekts ist deshalb nicht technisch, sondern inhaltlich: Welcher Datenbestand ist bei uns bereits verlässlich?

Bei einem Maschinenbauer ist das zum Beispiel die Stückliste einer freigegebenen Baugruppe, mit Artikelnummern und Benennungen, die schon unter Disziplin stehen, weil der Einkauf damit arbeitet. Das ist eine gute erste Übergabe. iProperties, zu denen es noch keine Absprachen gibt, sind es nicht; die bringen Sie erst in Ordnung, bevor ein System daran hängt. Klein anzufangen mit sauberen Daten gibt außerdem beiden Seiten, der Konstruktion und dem Betreuer des anderen Systems, schnell einen Erfolg, auf dem sich aufbauen lässt.

Definieren Sie eine Übergabe: Felder, Zeitpunkt, Richtung

Der Unterschied zwischen einem beherrschbaren Projekt und einem Sumpf steckt in einem Satz. Nicht "die Systeme sollen miteinander reden", sondern zum Beispiel: "Bei der Freigabe einer Baugruppe gehen diese acht Felder der Stückliste in das Planungssystem, in eine Richtung." Ein solcher Satz erzwingt alle Entscheidungen, auf die es ankommt:

FrageBeispiel für eine Antwort
Welche FelderArtikelnummer, Benennung, Werkstoff, Gewicht, Menge
Welcher Zeitpunktbei der Freigabe, keine laufende Synchronisation
Welche Richtungvom CAD in das andere System, eine Richtung
Wer ist die QuelleCAD für Geometrie und Gewicht, ERP für kaufmännische Felder
Was bei Zweifelndie Schnittstelle meldet, ein Mensch entscheidet

Alles, was nicht in dieser Liste steht, existiert in der ersten Version nicht. Verkehr in beide Richtungen, zusätzliche Felder, laufende Synchronisation: alles gute Ideen für später, nachdem sich die erste Übergabe in der Praxis bewährt hat. Auf den Umfang zu achten ist bei Sonderlösungen keine Bürokratie, sondern Selbstschutz.

Tipp: Passt die Beschreibung der Übergabe nicht auf eine Seite (Felder, Zeitpunkt, Richtung, Fehlerbehandlung), ist der Umfang zu groß. Schneiden Sie ihn zurecht, bis er passt. Diese eine Seite ist später zugleich Ihre Dokumentation und Ihre Testliste.

Sehen, wie eine solche Übergabe in der Praxis aussieht? In der Testphase von Thundercad erkunden Sie, wie die Standardwerkzeuge mit Ihrem ERP zusammenspielen, noch bevor etwas gebaut ist.

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Bauen Sie auf einer gepflegten Basis, nicht auf losen Skripten

Die klassische Falle ist das lose Skript: schnell gebaut, für den Moment genau richtig und vollständig von diesem einen Autor abhängig. Bei jeder neuen Inventor-Version bleibt abzuwarten, ob es noch läuft, Dokumentation gibt es selten, und ein zweites Augenpaar hat nie hineingesehen. So entstehen die Geisterschnittstellen aus dem ersten Absatz dieses Artikels.

Die Alternative ist eine Sonderlösung als dünne Schicht auf einer Basis, die ohnehin gepflegt wird. Innerhalb von Thundercad ist das Dashboard dafür der Ort: Dort verwalten Sie die Werkzeuge und verbinden sie mit Ihrem ERP oder anderer Software. Ein Beispiel ist Article Manager, mit dem Konstrukteure Artikel aus dem ERP nachschlagen, ohne Inventor zu verlassen; dieses Werkzeug an Ihre Artikeldatenbank anzuschließen ist eine kleine, klar abgegrenzte Aufgabe im Vergleich zu einem kompletten Eigenbau. Die Sonderlösung beschränkt sich dann auf die Übersetzung zu Ihrem System, während Aktualisierungen und Wartung der Basis einfach weiterlaufen.

Die Faustregel: Je kleiner der Teil, der nur für Sie gebaut wurde, desto kleiner der Teil, den nur Ihr Anbieter oder dieser eine Kollege versteht. Die eine Seite aus dem vorigen Abschnitt muss den individuellen Teil vollständig beschreiben können.

Legen Sie fest, wer die Schnittstelle betreut

Schnittstellen scheitern selten an der Technik und fast immer an der Betreuung. Jemand benennt ein Feld im ERP um, die Ordnerstruktur auf dem Server wird umgestellt, und drei Wochen später stellt sich heraus, dass die Planung die ganze Zeit mit alten Gewichten gerechnet hat. Nicht weil die Technik versagt hat, sondern weil sich niemand als Eigentümer gefühlt hat.

Halten Sie deshalb vor dem Bau fünf Absprachen fest:

Bekommen Sie die Betreuung nicht geregelt, fangen Sie nicht mit dem Bau an. Das klingt streng, aber eine Schnittstelle ohne Eigentümer wird unweigerlich zu dem Skript, in das sich niemand mehr hineintraut.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert ein solches Projekt?

Die Durchlaufzeit steckt selten im Programmieren und fast immer in der Datenarbeit und in Entscheidungen: den Datenbestand sauber bekommen, die Feldliste festlegen, Testfälle durchgehen. Mit einer sauberen Quelle und einer Übergabe, die auf eine Seite passt, bleibt es ein überschaubares Projekt; mit einer verschmutzten Quelle beginnt das Projekt faktisch beim Aufräumen.

Müssen wir selbst programmieren können?

Nein. Ihre Rolle als Kunde ist inhaltlich: bestimmen, welche Felder übergehen, wann, und was bei Zweifeln geschehen soll. Der Entwickler, Ihr Anbieter oder ein Kollege mit Programmiererfahrung, übernimmt die Technik. Sorgen Sie vor allem dafür, dass die inhaltlichen Entscheidungen auf dem Papier stehen, bevor gebaut wird; das erspart Diskussionen im Nachhinein.

Können wir klein anfangen, ohne gleich ein Projekt zu starten?

Ja, und das ist sogar klug. Beginnen Sie mit den Standardwerkzeugen und schauen Sie, wie weit Sie ohne Sonderlösung kommen; was übrig bleibt, ist die echte Sonderfrage. Laden Sie die Testversion von Thundercad herunter, erkunden Sie das Dashboard und legen Sie erst danach die verbleibenden Wünsche einem Entwickler vor.

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